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Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Deponien Inhalt
1 Abfallaufkommen Gemäß der Thüringer Abfallwirtschaftskonzept- und -bilanzverordnung vom 23.06.2003 sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger verpflichtet, jährlich Abfallbilanzen zu erstellen, in denen die anfallenden Abfälle nach Art, Menge und Herkunft, ihre Verwertung und Beseitigung sowie die Kosten der Entsorgung dargestellt werden. Nach diesen Abfallbilanzen ging das den
öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern 2004 überlassene
Gesamtaufkommen an Abfällen und Wertstoffen auf 1,616 Mio. t zurück.
Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr (1,668 t) war mit 3,1 % aber
wesentlich geringer als im Durchschnitt der letzten 3 Jahre (7%). 2 Abfallverwertung 2.1 Kommunale Abfälle Von den örE 2004 überlassenen Mengen an Abfällen (1.616 Mio. Mg) wurden 48 % (777 Tsd. Mg) einer Verwertung zugeführt. Den Hauptanteil der verwerteten Mengen umfassen mit 59 % (458 Tsd. Mg) die getrennt erfassten Wertstoffe, gefolgt von den Bauabfällen mit 32,6 % (254 Tsd. Mg) und die Siedlungsschlämme mit 5,3 % (41 Tsd. Mg). Zusammen entfallen auf diese 3 Gruppen etwa 97 % der insgesamt verwerteten Mengen. Die von der Duales System Deutschland AG (DSD AG) in
Auftrag gegebenen und von einem unabhängigen Gutachter erstellten
Mengenstromnachweise für die erfassten Verkaufsverpackungen ergaben
2004 Verwertungsquoten für die lizenzierten Verkaufsverpackungsarten
Glas von 98 % (Sollquote lt. VerpackV 75 %) und von Papier, Pappe,
Karton (PPK) in Höhe von 110 % (Sollquote lt. VerpackV 70 %). Die 2004 in Thüringer Kompostierungsanlagen angenommenen Abfallmengen lagen mit 711 Tsd. Mg etwa in der Größenordnung des Vorjahres (687 Tsd. Mg). Während die angenommenen Mengen an Bioabfällen sowie Garten- und Parkabfällen im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Viertel zunahmen, ist bei der Abfallgruppe Rückstände aus der Papierherstellung ein deutlicher Rückgang um 38 % festzustellen. Der bereits 2003 beobachtete Mengenrückgang der Abfallgruppe Holz hat sich 2004 fortgesetzt. In Kompostierungsanlagen in Thüringen 2004 angenommene Abfälle, zusammengefasst in Abfallobergruppen | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Der überwiegende Anteil der erzeugten Komposte wurde 2004 zunächst in Erdenwerken (41 %) weiter zu komposthaltigen Erden aufgearbeitet. Diese gelangen erst von da aus zur Verwertung in den Garten- und Landschaftsbau (GA LA Bau); zu Rekultivierungsvorhaben oder über den Handel an private oder kommunale Endverbraucher. Darauf kann der deutliche Rückgang der im GA LA Bau verbrachten Mengen im Vergleich zum Vorjahr (2003: 146 Tsd. Mg; 2004: 83 Tsd. Mg) zurückgeführt werden. Der seit 2001 zu beobachtende rückläufige Trend der in der Landwirtschaft verwerteten Kompostmengen hat sich auch 2004 fortgesetzt (2001: 95 Tsd. Mg; 2004: 67 Tsd. Mg). Verwertungswege der erzeugten Komposte in Thüringen 2004 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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2.3 Im Bergbau verwertete Abfälle
Die Entwicklung der zur Abdeckung der Kalihalden verwerteten Abfallmengen verläuft für die einzelnen Standorte (Bleicherode, Roßleben, Sollstedt, Sondershausen und Menteroda) unterschiedlich. Die insgesamt zur Abdeckung der Kalihalden verwerteten Abfallmengen liegen seit 1997 auf einem konstant hohen Niveau. Während die Jahresmengen 2003 und 2004 nahezu gleich waren, ist 2005 ein Anstieg um etwa 20 % im Vergleich zum Vorjahr auf etwa 1,5 Mio. t festzustellen. Auf Kalihalden insgesamt verwertete Abfallmengen 1997 bis 2005 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die in den Kaligruben Sondershausen, Bleicherode und Unterbreizbach als Versatzmaterial verwerteten Abfallmengen lagen von 1999 bis 2003 auf einem stabilen Niveau von etwa 500 bis 550 Tsd. t pro Jahr. Ab 2004 erhöhten sich die Versatzmengen um 12 % und 2005 um 18 % auf 660 Tsd. t . In Versatzbergwerken insgesamt verwertete Mengen in Thüringen 1997 bis 2005 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bei dem Versatzmaterial handelt es sich überwiegend um Rückstände aus thermischen Prozessen, vor allem aus der Abgasreinigung. Zwei Drittel der im Versatz eingesetzten Abfälle sind belastete Rückstände aus der Abfallverbrennung (Filterstäube u. ä.). Die bei der Verfüllung von Tagebauen/Restlöchern verwerteten Abfallmengen lagen 2005 mit 4,1 Mio. t auf dem Niveau des Vorjahres. Davon entfielen etwa 86 % auf Bodenaushub (3,5 Mio. t) und etwa 11 % auf die Abfallgruppe Bauschutt (447,7 Tsd. t). 2.4 BauabfälleDie ausgewiesenen Mengen an Bau- und
Abbruchabfällen, die in Bauschuttaufbereitungsanlagen,
Asphaltmischanlagen, in Anlagen der Entsorgungswirtschaft sowie im
Rahmen von Bau- und Rekultivierungsmaßnahmen und im Bergbau im Jahr
2004 in Thüringen entsorgt wurden, betrugen insgesamt etwa 9 Millionen
Mg. Anteile der Abfallgruppen der entsorgten Bau- und Abruchabfälle in Thüringen 2004
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3 Abfallbeseitigung Die Verpflichtung zur Beseitigung von Siedlungsabfällen obliegt in Thüringen den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern. Die Beseitigung überwiegend unvorbehandelter Siedlungsabfälle erfolgte bis zum 31.05.2005 auf den größtenteils dem Stand der Technik entsprechenden Thüringer Siedlungsabfalldeponien. Gemäß Abfallablagerungsverordnung ist die Ablagerung unvorbehandelter Abfälle seit 01.06.2005 nicht mehr zulässig. Biologisch abbaubare Abfälle sind damit vor der Ablagerung auf Deponien zu behandeln. Mit dem Ende der Ablagerung unvorbehandelter Abfälle vollzog sich im Jahr 2005 ein grundlegender Wandel in der Siedlungsabfallentsorgung. Im 2. Halbjahr 2005 sank die Menge der auf den Siedlungsabfalldeponien direkt abgelagerten, nicht behandlungsbedürftigen Abfälle auf weniger als 10 % des Niveaus der ersten fünf Monate. Daraus resultiert ein beträchtlicher Rückgang der Gesamtablagerungsmenge des Jahres 2005 gegenüber den Vorjahren. Die Restkapazitäten der Siedlungsabfalldeponien haben sich durch teilweise Volumengewinne an einzelnen Deponien u. a. infolge Konsolidierungsprozessen im Vergleich zum Vorjahr sogar noch leicht erhöht und bieten damit ausreichend Reserven für die zukünftige Abfallbeseitigung. Zur Beseitigung von gefährlichen Abfällen steht die Sonderabfalldeponie Aga und zur Ablagerung von asbesthaltigen Abfällen u. a. die Monodeponie Caaschwitz zur Verfügung.
Die verfüllten bzw. nicht mehr benötigten Deponien bedürfen der Oberflächenabdichtung, Rekultivierung und weiterer Nachsorgemaßnahmen. Bisher wurden in Thüringen bereits nahezu 200 ha Altdeponieoberflächen abgedichtet und rekultiviert. Dabei konnten Einsparungspotenziale in der Höhe von fast 20 Mio. € erschlossen werden, weil von den zuständigen Behörden nach Vorgaben des TMLNU und fachlicher Beratung durch die TLUG eine Vielzahl von gesetzeskonformen Ausnahmeregelungen zur verhältnismäßigen Rekultivierung getroffen wurden.
Zur Bereitstellung der spätestens nach Ablauf der
Übergangsfrist der Ablagerungsverordnung erforderlichen
Behandlungskapazitäten haben sich die öffentlich-rechtlichen
Entsorgungsträger in den letzten Jahren überwiegend in
Restabfallzweckverbänden zusammengeschlossen, die entweder eigene
Anlagen planten oder die Behandlungsleistungen an Dritte vergaben. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||